Ein typischer Abend bei den Lübeck Rednern

Fast ist es soweit. Nahezu alle Redner sind erschienen und bereiten sich im Geiste auf ihrer Präsentation vor. Weiterhin sind alle Mitglieder erschienen, die ein Amt übernehmen werden, sei es als Füllwort-Zähler, als Bewerter oder als Moderator.

Gegen 19 Uhr werden die Schiebetüren geschlossen und die Präsidentin der Lübeck Redner eröffnet den Abend mit einer Vorstellungsrunde. Jeder der anwesenden Mitglieder und Gäste stellt sich kurz vor und beantwortet eine Frage (z.B. „Wohin geht der nächste Urlaub?“).

Das Wort erhält nun der Moderator des Abends. Er führt durch den Abend und erläutert zunächst den Ablauf des Abend und bittet den Gesamtbewerter nach vorne. Dieser stellt sein Bewertungsteam vor :

Es gibt für jede vorbereitete Rede einen Redebewerter.

Der Füllwortzähler  notiert jedes Füllwort, das überflüssig ist.

Der Zeitnehmer achtet darauf, dass die Redner die vorgesehende Redezeit einhalten.

Der Sprachstilbeobachter hat die Aufgabe, auf den korrekten Gebrauch der Sprache zu achten. Sei es Grammatik, Stiblüten, Rhetorische Stilmittel.

Haben die Redner Gestik, Mimik und Haltung effektiv eingesetzt ? Das merkt der  Körpersprachebewerter an.

Der Moderator  bittet das Mitglied zum Pult, welches das Wort des Tages präsentiert. Dieses Wort sollte in jedem Redebeitrag mindestens einmal verwendet werden. Das Wort kann beliebig gewählt werden – interessant ist es, ein fast vergessenes Wort oder eins, dessen Herkunft relativ unbekannt ist (z.B. „Blaustrumpf“, „Affenzahn“, „Torschlusspanik“) zu verwenden und deren Bedeutung oder Herkunft zu erläutern.

Danach werden die vorbereiteten Reden gehalten. Pro Abend werden höchstens drei Reden aus dem Grundlangen- oder Fortgeschrittenenhandbuch gehalten. Vorgegeben sind darin nur die Redeschwerpunkte (z.B. Körpersprache, Stimme, Gliederung), das Thema kann frei gewählt werden.

Nach den Reden und der Pause können sich alle in ihrer Schlagfertigkeit üben: Die Stegreifreden sind immer ein Höhepunkt des Abends.  Philosophische Fragen, „Was wäre wenn“-Fragen, Bilder, Gegenstände – all dies kann Thema einer Stegreifrede sein.

Der Gesamtbewerter eröffnet den Bewertungsteil des Abends: Die Redebewerter halten eine kurze Bewertungsrede, in denen sie auf die Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten der einzelnen Reden eingehen. Der Füllwortzähler berichtet, wer welche Füllwörter verwendet hat. Der Zeitnehmer referiert kurz, ob alle Redner ihr Zeitlimit eingehalten haben. Der Sprachstilbeobachter berichtet über den Einsatz der Sprache. Und der Körpersprachebeobachter gibt bzgl. der Mimik und Gestik Rückmeldung.

Der Gesamtbewerter fasst noch einmal den Verlauf des Abends kurz zusammen und verteilt Lob und Verbesserungsmöglichkeiten.

Danach verteilt der Moderator die Aufgaben für das nächste Treffen.

Die Präsidentin erkundigt sich bei den Gästen, wie ihr Eindruck war und beschliesst dann den Abend.